Blütenpollen
Wer hat nicht schon eine Biene beobachtet, wie sie von Blume zu Blume fliegt, dabei Pollen einsammelt und diese als Höschen, die an den beiden Beinen kleben, nach Hause trägt. Wenn die ersten Blüten in der Natur ihre Kelche öffnen, dann beginnt im Bienenstock ein geschäftiges Treiben. Die Arbeiterbienen schwärmen aus, um Blütenpollen für ihre zahlreichen Nachkommen einzusammeln. Damit werden die Larven aufgezogen, aus denen später die jungen Bienen schlüpfen. Ferner wird der Pollen als Aufbaustoff der Drüsensekretion gebraucht, um den Weiselfuttersaft (Gelee royale) und Fermente zu erzeugen.
Im Pollen ist alles enthalten, was der Bienenorganismus und auch der Mensch zum Leben braucht. Dank der «Biene Maja» ist jedem Kind bekannt, dass Pollen den Bienen als Nahrung dienen. Es sind kleine männliche Keimzellen, die die Blüten bilden, um das Werden ihrer Früchte zu ermöglichen. Im Reifezustand der Blüte entweicht der Pollen als feiner Staub in verschiedener Färbung aus den Pollenbeuteln und bleibt, durch den Wind oder die Biene transportiert, an den Narben der Blüten hängen. Die von den Narben abgesonderte klebrige Substanz hält die Pollenkömer fest, und so können sie auf diesem günstigen Nährboden aufkeimen. Das Pollenkorn ist also eine lebende Samenzelle, die alle erforderlichen Bestandteile für die Entstehung und Befruchtung der Pflanze enthält. Es ist erwiesen, dass die Bienen rund 80% der Blüten in der Natur bestäuben, die auf lnsektenbesuch angewiesen sind. Die weiblichen Hautflügler (Hymenoptera) tragen bei ihrer Sammeltätigkeit den Pollen von einer jungen männlichen zu einer alten weiblichen Blüte und sorgen so für die Bestäubung. Beim Besuch einer Blüte füllt sich der Haarpelz der Biene am hintersten Beinpaar mit Blütenstaub. Bei der nächsten besuchten Blüte streift sie diesen auf dem Stempel wieder ab, was die Befruchtung gewährleistet. Einen Teil dieses Pollens kann die Biene jedoch heim in den Stock nehmen, wo sie ihn der Brut verfüttert. Ohne diese Botendienste könnten sich viele Blumen nicht fortpflanzen, und ohne Nektar und Pollen der Blüten hätten die Bienen keine Nahrung; es ist also für beide ein ständiges Nehmen und Geben.
Bei diesem Austausch sind die. Bienen trachtenrein» (blütenstetig), d. h. sie gehen nur an gleiche Blütenarten. Wenn einer Biene die Nektar- und Pollenkost behagt, so sucht sie unter Tausenden von anderen Blumen immer wieder denselben Typ auf. Es soll ja auch unter uns Leute geben, die ihre Biermarke nur ungern wechseln. Für die Blütenpflanzen ist dies natürlich ein Vorteil, denn so können sie ihre Bestäubung mit geringstem Verlust an Pollenstaub sicherstellen. Jeder Staubbeutel einer Blüte enthält etwa 6 Mio. Pollen. Das sind mikroskopisch kleine Körnchen von 40 bis 80 Tausendstel-Millimeter Durchmesser, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind. Der Name Pollen ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen und bedeutet «Staubmehl». Die Biene bringt bei ihrem Ausflug etwa 15 mg Pollen in den Bienenstock. Die Jahresleistung eines Volkes liegt zwischen 30 und 60 kg.
Untersuchungen haben ergeben, dass jede Pflanzenart ihren unverwechselbaren eigenen Pollen bildet, der sich nicht nur in Form und Farbe, sondern vor allem auch in der Zusammensetzung von allen anderen unterscheidet. Besonders guter Pollen wird von Weiden, Obstblüten, Kastanien, Klee und Heide gewonnen. Weniger guter Pollen kommt von Laubbäumen wie Hasel, Buche, Eiche oder Ahorn; auch Löwenzahnpollen ist weniger ergiebig. Nicht zu empfehlen ist der Pollen von allen Nadelbäumen, da er so gut wie keine Aufbaustoffe enthält. Pollen aus Bergregionen erweisen sich als besonders reichhaltig und wertvoller als jene von Wiesen mit einseitiger Flora.
Gerade die Zusammensetzung aus verschiedenen Pflanzenarten garantiert ein breites Wirkungsspektrum. Im Bienenstock wird der Pollen geerntet, indem der Imker unter dem Bienenkasten eine sogenannte Pollenfalle, ein Maschengitter, befestigt, an dem die Bienen beim Durchlauf etwa 10% des gesammelten Pollens abstreifen. 90% der eingesammelten Pollen können die Bienen selbst für ihre eigene Ernährung verwenden. Der geerntete Frischpollen wird täglich aus der kleinen Schublade entnommen und schonend bei 30°C getrocknet. Jedes Pollenkörnchen enthält ein Konzentrat hochaktiver, biologischer Stoffe - es ist wirklich erstaunlich, was die Natur mit den Pollen anzubieten hat. Man hat darin über 20 Aminosäuren nachgewiesen, das sind Bausteine der Eiweissstoffe, die der Körper nicht selbst aufbauen kann, man muss sAsparaginsäure, Kystin, Glutaminsäure, Glycin, Histidin, Hydroxyprolin, Leucin, lsoleucin, Lysin, Methionin, Phenalalanin, Tryptophan, Prolin, Serin, Threonin, Valin und eine eher seltene a-Aminobuttersäure. Es handelt sich hierbei um verschiedene Kofaktoren und Enzymaktivatoren, die im menschlichen Stoffwechselgeschehen eine Schlüsselstellung einnehmen. Des weiteren sind im Pollen auch wertvolle Mineralien und Vitamine enthalten. Kalium, Magnesium, Kalzium, Kupfer, Eisen, Schwefel, Phosphor, Silizium und Mangan, Vitamin A, D, E, B 1, B2, Niacin, Pantothensäure, Folsäure, Vitamin B6, B , 2, H, C und P. Russische Forscher entdeckten im Blütenpollen eine hohe Konzentration von Rutin, einer pflanzlichen Substanz, der ein «verjüngender» Effekt auf die menschlichen Adern zugeschrieben wird. Funktioniert der Durchfluss der feinsten Bluthaargefäße (Kapillaren) nicht einwandfrei, können schwere Störungen der Gesundheit die Folge sein. Vor allem die mangelhafte Sauerstoffversorgung im Bereich der Herzkranzgef'ässe kann zum gefürchteten Herzinfarkt führen. Erhebliche Gefahr besteht auch, wenn es im Bereich der sogenannten Blut-Hirn-Schranke zur mangelhafter Sauerstoffversorgung kommt. Dann droht drastischer Leistungsabfall, schlimmstenfalls der Hirnschlag. Nach Bienenforscher Petrowitsch Joirisch «reicht das in einem einzigen Gramm Pollen enthaltene Rutin für mehrere Menschen als Tagesdosis zur Vorbeugung gegen diese Erkrankung am Herzen und im Gehirn aus». (Apikomplex oder Apikomplex Tabletten)
Pollenkörner sind allerdings schwer assimilierbar. Der Magensaft des Menschen ist oft nicht fähig, die Aussenhaut des Pollenkorns aufzulösen. Joirisch hat deshalb folgende Aufbereitungsmethode entwickelt: «Die Pollenkömer müssen zu Pulver zerrieben und etwa 2 Stunden in destilliertes Wasser gegeben werden, welches man mehrmals durchschüttelt. Die entstandene Lösung wird filtriert. Etwas Ascorbinsäure (Vitamin C) hinzufügen und 1 bis 2 Stunden vor dem Essen einnehmen.» Der Pollen in den Binex-Produkten ist optimal für den Verzehr aufbereitet. Blütenpollen sind ein vorzüglicher Vitalizer, besonders für Stressgeplagte, um sich in Schwung zu halten. Sie sind empfehlenswert sowohl für Sportler wie auch für schulmüde Kinder, ferner in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und in der Rekonvaleszenz. Die Einnahme des Pollens bewirkt eine Verbesserung des Allgemeinbefindens, wirkt gegen Ermüdungszustände, reguliert die Verdauung sowohl bei Durchfall wie bei Verstopfung, verhindert Gedächtnisschwäche, vorzeitiges Altern und nervöse Störungen. Pollen helfen bei Wetterfühligkeit, nervösen Herz- und Kreislaufbeschwerden, bei gestörter Gehirndurchblutung, und sie fördern die körpereigene Abwehrkraft. Mit dem Blütenstaub kann eine gewisse Desensibilisierung bei Heuschnupfen erzielt werden, wenn die Kur schon rechtzeitig im Herbst oder Winter begonnen wird.
Nicht zuletzt entgiftet eine Pollenkur die Leber, insbesondere nach der Einnahme von chemischen Medikamenten, ferner bewirkt sie einen Anstieg der Erythrozytenwerte der roten Blutkörperchen bei Blutarmut, senkt die Cholesterinwerte im Blut und leistet gute Dienste bei Prostata – Erkrankungen.
Nach Prof. Seeger sind Blütenpollen imstande, die Zellstoffentgleisungen bei Krebserkrankung und bei Strahlenschäden zu normalisieren. Nach Caillas machen Pollen Appetit, heben die Stimmung, erleichtern die geistige Arbeit, fördern das Wachstum, verbessern die Sehkraft, wirken gegen Haarausfall und sind in diesem Sinne eine hochwertige Grundnahrung. Blütenpollen führen unserem Körper Aufbaustoffe zu, die unsere Nahrungsmittel nicht mehr in genügendem Masse enthalten. Dadurch werden der biologische Stoffwechsel gefördert und die körpereigene Abwehr gestärkt.